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27. Juni 2020

Online begonnene Partnerschaften halten länger und sind tendenziell glücklicher

Jede dritte deutsche Ehe scheitert laut Statistischem Bundesamt. [1] Wie lange eine Partnerschaft hält und wie glücklich sie verläuft, wird offenbar auch davon beeinflusst, wann und wo die Partner zum ersten Mal aufeinandertreffen: also online oder offline. Europaweit lernt sich heute jedes dritte Paar online kennen wie eine Studie der Oxford University mit 14.000 Befragten ergab [2] - laut einer Studie aus den USA eine gute Voraussetzung für dauerhaftes Eheglück. [3]

Online gefundene Partnerschaften halten länger

Denn Online-Ehen halten länger und verzeichnen einen leichten Zufriedenheitsvorsprung, lautet die Erkenntnis der Forscher um John Cacioppo von der University of Chicago. Sie befragten 19.000 Verheiratete, die zwischen 2005 und 2012 vor den Traualtar getreten waren und veröffentlichten die Ergebnisse ihrer Studie im Fachmagazin PNAS (Psychological and Cognitive Sciences).

Bereits 2012 fanden die Forscher Rosenfeld/Thomas in ihrer Studie über die Art der Beziehungsanbahnung erste Indizien dafür, dass die Beziehungsqualität für Partner, die sich online treffen, möglicherweise höher und die Trennungsrate nach dem ersten Jahr niedriger ist als für Partner, die sich offline treffen. [4]

Cacioppo et al fanden heraus, dass Ehepaare, die sich im Netz kennenlernten, zufriedener in ihrer Ehe waren als Ehepaare, die sich im realen Leben trafen. Gleichzeitig traten Trennungen und Scheidungen bei Online-Ehen in den frühen Jahren seltener auf. Validiert wurde das Ergebnis durch die Forscher, indem der Einfluss anderer Variablen wie Anzahl der Ehejahre, Geschlecht, Ausbildung, Haushaltseinkommen, ethnische Zugehörigkeit, Religion und Beschäftigungsstatus statistisch eliminiert wurde. [5]

Auch gehen Paare, die sich online treffen, schneller in die Ehe über als Paare, die sich offline treffen. [6] Dies hängt wohl damit zusammen, dass Menschen, die online nach einem Partner suchen, bereits im Vorwege die Entscheidung getroffen haben, sich langfristig binden zu wollen.

Eine neue Studie aus dem Jahr 2017 belegt nun, dass Partner, deren Beziehung online beginnt, eher kompatibel sind als diejenigen, deren Beziehung persönlich beginnt. Die Untersuchungen zur Beziehungsstärke von Ehen ergaben, dass verheiratete Paare, die sich online treffen, eine geringere Trennungsrate aufweisen als solche, die sich traditionell treffen. [7] Das unterstützt im Umkehrschluss die Aussagen, dass Ehen von Partnern, die sich online getroffen haben, länger halten und glücklicher sind.

Höhere Zufriedenheit in der Ehe bei Online-Paaren

Dies war eine Erkenntnis der Studie von Cacioppo et al: Wer sich im Internet kennenlernt und heiratet, ist in den ersten Jahren zufriedener mit der Ehe, so die Kernaussage. Weniger entscheidend für den Glücksfaktor sei dabei die Art des Online-Kennenlernens: 45 Prozent der Online-Partnerschaften und späteren Ehen wurden auf Dating-Portalen wie Parship oder FriendScout24 geschlossen, 21 Prozent in sozialen Netzwerken, 9,5 Prozent in Chatrooms und 6 Prozent in anderen Communities. [8]

Diese Aussage wird auch durch die Studie von Ortega/Hergovich bestätigt: Paare, deren Beziehung online beginnt, sind kompatibler, als Paare, deren Beziehung persönlich beginnt. [9] Das unterstützt die Aussage, dass die Ehen von Partnern, die sich online getroffen haben, glücklicher sind. Denn wer kompatibler ist lebt glücklicher. Das hat erhebliches positives Potenzial für unsere Gesellschaft – und genau das sagt das Modell von Ortega/Hergovich voraus.

Mögliche Gründe

Als mögliche Gründe für ihre Beobachtungen erwägen Cacioppo et al mehrere Einflüsse, die zu einer höheren Zufriedenheit und längeren Dauer der online gefundenen Ehen beitragen. Ein wichtiger Faktor könnten die Matching-Algorithmen der großen Dating-Portale sein, die anscheinend häufiger qualitativ hochwertige Beziehungen bzw. länger anhaltende Ehen hervorbringen. Des Weiteren erscheint die größere Auswahl an potenziellen Partnern, die es einem Individuum erlaubt einen kompatiblen Partner selektiver zu identifizieren, von Bedeutung zu sein. Denn je mehr Personen man ausgesetzt ist, desto wahrscheinlicher ist es, dass man jemanden findet, mit dem man kompatibel ist. Als weiterer möglicher Grund wird die verstärkte Motivation, online mehr von sich preiszugeben, gesehen, da durch die verstärkte Selbstoffenlegung ein stärkeres Zugehörigkeitsgefühl und damit mehr Sympathie entstehen kann. [10] Dies belegt auch eine Studie aus dem Jahr 2016, bei der 96 Prozent der Befragten Online-Paare angaben, ihrem Partner ihre innersten Gefühle anzuvertrauen, während es bei Offline-Paaren nur 76 Prozent waren. [11] Das zeigt, dass Online-Paare eine engere emotionale Bindung aufbauen. Und nicht zuletzt der Wunsch, eine Langzeitbeziehung eingehen zu wollen könnte einen nicht unerheblichen Einfluss auf Zufriedenheit und die Dauer einer Ehe haben. Das heißt, Menschen, die sich für Online-Dating-Dienste anmelden, sind möglicherweise mehr an einer langfristigen Beziehung und sogar an einer Ehe interessiert als Menschen in beispielsweise einer Bar, die nicht speziell dort hingegangen sind, um einen Partner für eine langfristige Beziehung zu treffen. Insofern kann die bewusste Online-Suche nach einem Partner und die damit im Vorwege getroffene Entscheidung sich langfristig binden zu wollen, als einer der Erfolgsfaktoren im Online-Dating gewertet werden.

Fazit

Durch immer bessere Matching-Algorithmen der Online-Dating-Portale sowie einer größeren Auswahl an potenziellen Partnern ist es möglich online einen kompatibleren Partner als in den bestehenden sozialen offline Netzwerk zu finden. Diese bessere Partner-Kompatibilität führt zu einer glücklicheren und damit längeren Beziehung. Insofern bietet die Erweiterung der traditionellen offline Partnersuche auf die Online-Welt nicht nur eine Erhöhung der Chancen einen Partner für eine langfristige Beziehung zu finden sondern ist auch noch erfolgversprechender.

 


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Quellen:

[1] Destatis 2020: https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Bevoelkerung/Eheschliessungen-Ehescheidungen-Lebenspartnerschaften/_inhalt.html, abgerufen am 27.06.2020

[2] Hogan B J, Li N, Dutton W H: A global shift in the social relationships of networked individuals: Meeting and dating online comes of age. Oxford Internet Institute: University of Oxford 2011.

[3] Cacioppo J T, Cacioppo S, Gonzaga G C, Ogburn E L, and VanderWeele T J (2013) Marital satisfaction and break-ups differ across on-line and off-line meeting venues, PNAS June 18, 110 (25): 10135-10140; https://doi.org/10.1073/pnas.1222447110

[4] Rosenfeld M J, Thomas R J (2012) Searching for a mate: The rise of the Internet as a social intermediary. Am Sociol Rev 77(4): 523–547

[5] Cacioppo et al (2013) 10136

[6] Rosenfeld M J (2017). “Marriage, Choice, and Couplehood in the Age of the Internet.” Sociological Science 4: 490-510. (5).

[7] Ortega J, Hergovich P (2017) The strength of absent ties: Social integration via online dating. arXiv preprint arXiv:1709.10478.

[8] Cacioppo et al (2013) 10135

[9] Ortega J, Hergovich P (2017) 

[10] McKenna K Y A, Green A S, Gleason M E J (2002) Relationship formation on the internet: What’s the big attraction? J Soc Issues 58(1): 9–31

[11] Parship-Paarbefragung 2016: von wegen „keine Romantik im Internet“…, https://www.parship.de/parship-studien/parship-paarbefragung-2016/ abgerufen am 27.06.2020